Belege und Methode

Alle Zahlen an einem Ort. Was hier nicht steht, steht auch sonst nirgends bei
uns.

Kennzahl Wert Grundlage
Modellstand Strategie G, Validierung 15.06.2026 Ridge-Regression’ 12 demografische Merkmale’ Polaritätsfilter nach SVP-Parole’
2’106 Gemeinden
Validierungsverfahren Leave-One-Out-Kreuzvalidierung Jede Vorlage wird einzeln herausgenommen und mit dem
auf den übrigen trainierten Modell vorhergesagt.
Richtungstreffer kantonal 840 von 1’014 = 82.8 % kantonale Aufschlüsselung, 03/2012 bis 06/2026
Mittlerer Fehler kantonal 7.6 pp dieselbe Grundlage
Richtungstreffer national 39 von 45 = 86.7 % eidgenössische Vorlagen, 03/2012 bis 06/2026
Mittlerer Fehler national 5.1 pp (Median 3.5 pp) dieselbe Grundlage
Beste / schwächste Kantone BE, SO und TG je 94.9 %
AR 64.1 %, GL 66.7 %, UR 69.2 %
je 39 Vorlagen. Kleine, ländliche Kantone sind
systematisch schwerer zu prognostizieren.
Zusätzlich: nach Wissens-Cutoff 5 von 7 richtig, Fehler 7.0 pp Termine 08.03.2026 und 14.06.2026
Fehlprognosen national 6 von 45 davon 5 mit Ist-Ergebnis weniger als
3 pp von der 50-%-Grenze entfernt

Warum Kreuzvalidierung und nicht nur die Vorlagen nach dem Cutoff

Bei Prognosen mit Sprachmodellen gilt eine harte Regel: Als echte Vorhersage zählt
nur, was nach dem Wissensstand des Modells liegt. Ein Sprachmodell kann
Abstimmungsergebnisse auswendig kennen, und kein Prompt nimmt ihm das wieder weg.

Unser Prognosemodell ist kein Sprachmodell. Es ist eine Regression auf zwölf
demografischen Merkmalen. Es liest keine Texte, kennt keine Ergebnisse und hat deshalb keinen
Wissensstand, der kontaminiert sein könnte. Für ein solches Modell ist die
Kreuzvalidierung das übliche und korrekte Prüfverfahren: Jede Vorlage wird einzeln
herausgenommen, das Modell auf allen übrigen trainiert und die herausgenommene damit
vorhergesagt. Ihr eigenes Ergebnis fliesst in ihre Prognose nicht ein.

Zusätzlich weisen wir die 7 Vorlagen der Termine
08.03.2026 und 14.06.2026 gesondert aus, die zum Zeitpunkt der Modellentwicklung noch in der
Zukunft lagen. Wir trafen 5 davon richtig. Für sich allein ist das
zu wenig, um daraus etwas abzuleiten – wir nennen es, weil dieses Set mit jedem
Abstimmungssonntag wächst.

Wo die harte Regel bei uns gilt: Für die Widerstandsanalyse und die
Massnahmenempfehlung setzen wir ein Sprachmodell ein. Diese beiden Leistungen tragen deshalb
keine Trefferquote und werden es nie tun. Sie sind Handwerk, nicht Messung, und wir
kennzeichnen im Bericht, welcher Befund woher stammt.

Die Fehlprognosen

Wir veröffentlichen sie, weil eine Trefferquote ohne Fehlerliste keine Aussage
ist.

Vorlage Datum Prognose Ergebnis Abstand zu 50 %
Masseneinwanderungsinitiative 09.02.2014 49.5 % 50.3 % Ja 0.3 pp
Konzernverantwortungsinitiative 29.11.2020 47.9 % 50.7 % Ja 0.7 pp
Verhüllungsverbot 07.03.2021 49.9 % 51.2 % Ja 1.2 pp
AHV 21 25.09.2022 48.5 % 50.5 % Ja 0.5 pp
Zivildienstgesetz 14.06.2026 47.3 % 52.5 % Ja 2.5 pp
Bargeld-Gegenvorschlag 08.03.2026 47.3 % 73.4 % Ja 23.4 pp

5 der 6 Fehlprognosen betrafen Vorlagen, die faktisch unentschieden
ausgingen. Beim Bargeld-Gegenvorschlag 2026 lagen wir um 26 Prozentpunkte daneben. Wir lassen
ihn in der Statistik.